Medion P85289 Test: All-in-One Anlage mit Schwächen im Detail

Medion P85289 Test

Die Medion P85280 All-in-One Kompaktanlage überzeugt durch sehr viele Funktionen zu einem günstigen Preis. Dazu gibt es ein modernes Design und eine kompakte Größe. 

Medions P85289 ist nicht nur ein DAB+ Radio, sondern unterstützt dank WLAN auch Internetradio, Spotify, Tidal, Deezer, Podcasts und vieles mehr. Bis auf CD und Bluetooth ist, alles an Bord, was man braucht und so stellt sich die Frage, ob die All-in-One Anlage wirklich so gut ist, wie es scheint. Die Antwort darauf bekommst du in unserem ausführlichen Medion P85280 Test!

Medion P85289

Kompakte All-in-One Anlage mit sehr vielen Funktionen

Pro:
  • Sehr viele Anschlüsse, Funktionen und Dienste
  • DAB+, FM und Internetradio
  • Spotify, Amazon Music, Deezer, TIDAL und Napster
  • App-Steuerung
Contra:
  • Dunkles Display
  • Mittelmäßiger Klang
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Videotest

Schau dir unseren Videotest an, falls du das Medion P85289 in Aktion erleben möchtest!

Medion P85289 Test: All-in-One Anlage mit Schwächen im Detail


Lieferumfang

Der Lieferumfang ist sehr gut und vollständig:

  • Medion P85289
  • Fernbedienung mit Batterien
  • Netzteil
  • 3,5 mm Audiokabel
  • Bedienungsanleitung
Medion P85289 Test

Design und Verarbeitung

Die Medion P85289 All-in-One Anlage (kann man sich eigentlich keine einfache Bezeichnung für seine Produkte ausdenken, als P85289?) ist im Vergleich zu anderen stationären Kompaktanlagen, die wir bereits getestet haben sehr klein und kompakt (siehe Grundig DTR 7000 Test und TechniSat Digitradio 371 CD BT Test).

Medion P85289 Test

Wie du siehst ist das Gehäuse etwas schief, die Front ist also schräg angeordnet, was wahrscheinlich für eine bessere Abstrahlung der Lautsprecher sorgen soll (neben den Designgründen).

Medion P85289 Test

Die Front besteht aus dem Display, den beiden Drehreglern, Tasten und einem großen Lautsprechergitter.

Medion P85289 Test

Das Display ist ausreichend groß und scharf, aber leider sehr dunkel. Das ist der größte Kritikpunkt am P85289, denn es ist bei allen DAB+ Radios, die wir bisher testen konnten, das mit Abstand dunkelste Display.

Medion P85289 Test

Dadurch, dass das Display wie die gesamte Front leicht nach oben geneigt ist, ist die Ablesbarkeit bei größerer Entfernung nochmals verschlechtert, als wenn es gerade wäre. Auch sind die Blickwinkel nicht gut, wie du auf dem folgenden Foto sehen kannst:

Medion P85289 Test

Die Tasten und Regler fühlen sich dagegen gut und hochwertig an. Die beiden Regler sind durchgehend beleuchtet, was besonders bei Dunkelheit nerven kann. Die Beleuchtung ist heller als das Display!

Medion P85289 Test

Erst mit eingeschalteter Display-Dimmfunktion schaltet sich die Regler-Beleuchtung aus. Doch dann ist das Display noch dunkler als eh schon. Es ist dann nicht mehr ablesbar, wirkt schwarz und damit wie ausgeschaltet. Schlecht gelöst von Medion! Wir haben die Dimmfunktion deshalb immer ausgeschaltet gelassen (wird komischerweise im Menü als „Ein“ angezeigt, wenn sie ausgeschaltet ist), auch wenn dann das Regler-Licht nervt.

Oben ist der USB-Anschluss, an den du einen USB-Stick anschließen kannst, um MP3s abzuspielen. Diese befindet sich hinter einer Klappe. Daneben ist eine Snooze und Sleep Taste, wenn du die Anlage im Schlafzimmer als Radiowecker verwenden willst.

Medion P85289 Test

Auf der Rückseite finden sich alle Anschlüsse, die Antenne, ein praktischer Ein-/Ausschalter und zwei kleine Bassreflex Ports. Letzteres macht nicht so viel aus und sieht eher lustig aus, da Bassreflex Ports normalerweise größer sind.

Medion P85289 Test

Welche Anschlüsse genau vorhanden sind, klären wir jetzt im folgenden.


Ausstattung, Funktionen und Anschlüsse

Wie in der Einleitung bereits gesagt ist die Ausstattung des Medion P85289 sehr gut. Es kann bis auf CD und Bluetooth eigentlich alles was man heutzutage bei einer Kompaktanlage braucht:

  • DAB+
  • FM bzw. UKW
  • Internetradio inkl. Podcasts
  • Napster
  • Deezer
  • TIDAL
  • Amazon Music
  • Spotify
  • Musikplayer (USB und DLNA)
  • AUX-In
  • Stereo-Lautsprecher mit 2 × 6 Watt RMS
  • WLAN und LAN
  • Steuerung über Medion LifeStream 2 App möglich
  • 2,8 Zoll TFT-Farbdisplay (320 × 240 Pixel)
  • Wecker und Einschlaffunktion

Wie du siehst, ist die Liste der Funktionen lang und es fehlt bis auf Bluetooth Streaming (BT ist nur nutzbar für die Verbindung mit der Medion App) nichts, was man braucht. Außer CD, das kann er nicht. Dafür ist das Medion P85289 aber auch sehr kompakt.

Medion P85289 Test

Die Podcast-Funktion ist anders als bei anderen Internetradios nicht als einzelne App aufgeführt, sondern im Internetradio Modus „versteckt“:

Medion P85289 Test

Anschlüsse

An Anschlüssen hat das Medion Radio auch so einiges zu bieten, was man selbst bei teureren Kompaktanlagen in diesem Segment vermisst:

  • LAN-Anschluss
  • AUX IN
  • Cinchausgänge
  • Kopfhöreranschluss
  • Netzteilanschluss
  • Ein-Aus-Schalter
  • USB-Anschluss (auf der Oberseite)
Medion P85289 Test

Besonders der LAN-Anschluss ist sehr praktisch, da man so eine immer stabile Internetverbindung anliegen hat, was besonders praktisch ist bei Nutzung der DLNA und Internetradio Funktion.


Einrichtung und Bedienung

Die Einrichtung geht ganz einfach, da es einen Einrichtungsassistenten gibt, der einen durch alles durchführt. Das Verbinden mit dem eigenen WLAN geht dank WPS auch schnell und unkompliziert. 

Tipp: Es wird gefragt, ob die Netzwerkverbindung gehalten werden sollte. Damit ist gemeint, ob das Medion Radio auch im Standby im WLAN bleiben soll. Das solltest du unbedingt aktivieren (Standard ist „Aus“!), da es sonst nervig sein kann, bis man wieder was über Internetradio hört, bis er wieder eine Verbindung zum WLAN aufgebaut hat.

Nach ca. 30 Minuten Nutzung haben wir übrigens ein Update angeboten bekommen. Die Dauer der Installation betrug ca. 4–5 Minuten.

Medion P85289 Test

Gehst du nach der Einrichtung das erste Mal in den DAB+ Modus, wird ein automatischer Sendersuchlauf gemacht, der alle Sender in der Umgebung findet, auch mit eingefahrener Antenne. Auch im FM-Modus gibt es einen Sendersuchlauf („Automatische Speicherung“). Hier werden einfach alle Sender bzw. ihre Frequenz gespeichert, was über die FAV Taste an der Gerätefront abrufbar ist. Allerdings werden nur die Frequenzen angezeigt, nicht wie beim Sony XDR-S61D Test auch die Sendernamen.

Medion P85289 Test

Im Internetradio Modus ist die Genre-Aufteilung sehr gut dargestellt und zudem schön detailliert inkl. Subgenres:

Medion P85289 Test

Wie beim Grundig DTR 7000 Test ist auch bei diesem Radio das langsame Scrollen des Textes aufgefallen, man muss also etwas Geduld mitbringen. Zudem ist das Navigieren durch Menüpunkte mit dem rechten Drehregler manchmal etwas schwierig, da regelmäßig ein Punkt übersprungen wird und man dann wieder einen Schritt zurückmuss. Mit der mitgelieferten Fernbedienung geht das einfacher.

Medion P85289 Test

Die Verbindung mit Amazon Music hat im Medion P85289 Test trotz mehrerer Versuche nicht geklappt. Weder mit einem Android Smartphone noch mit einem Apple iPhone. Deezer, TIDAL und Napster konnten wir nicht testen, da wir diese Dienste nicht nutzen.

Dagegen hat das Verbinden per Spotify Connect prima geklappt und man kann daraufhin am Gerät selbst Spotify komplett steuern, inkl. Play/Pause und skippen. Die Cover werden ebenfalls angezeigt.

Ein Highlight ist der Zugriff auf Musikbibliotheken über DLNA. Wenn du also zum Beispiel einen NAS-Server hast, auf dem deine gesamte Musikdatenbank liegt, dann kannst du über das Medion P85289 darauf zugreifen. Es werden hier auch die Cover angezeigt. Diese Funktion befindet sich im Menüpunkt „Musikplayer“.

Medion P85289 Test

In diesem Menüpunkt versteckt sich auch die USB-Funktion. Schließt du einen USB-Stick an, kommt aber auch eine Abfrage, ob du den Stick jetzt abspielen willst. Ein Highlight ist, dass es im Gegensatz zu vielen anderen Kompaktanlagen eine Ordnernavigation im USB-Modus gibt.

Medion P85289 Test

Doch auch das Medion patzt im USB-Modus! Denn es werden keine Cover angezeigt und noch viel schlimmer, es ist nicht möglich sich gleichzeitig den Interpreten und den Albumnamen anzeigen zu lassen, es geht immer nur eins von beidem.

Medion P85289 Test

Die Ordnernavigation im USB-Modus ist übrigens über die Medion Live Stream App sehr gut und deutlich komfortabler steuerbar:

Medion P85289 Test

Hier siehst du dann auch neben dem Titel, auch den Interpreten und den Albumnamen. Auf das Cover musst du trotzdem wieder verzichten.

Medion P85289 Test

Generell ist die App sehr praktisch, auch wenn sie sich hin und wieder hakelig bei der Bedienung anfühlt und optisch nicht viel hermacht. Trotzdem ist es toll, dass es diese App gibt, da man so bei der Bedienung nicht so sehr auf das einfach zu dunkle Display des Medion P85289 angewiesen ist.

Medion P85289 Test

Klang und Lautstärke

Da das Gehäuse und damit der Klangkörper des Medion P85289 relativ klein ist, darfst du beim Klang nicht zu viel erwarten. Im ersten Moment waren wir aber erstaunt, über den guten, ausgewogenen Klang, wie gesagt in Relation zur Größe und natürlich auch zum Preis.

Doch hört man genau hin, dann wird deutlich, dass die Achillesferse der kleinen Anlage der Mittenbereich ist. Denn die Mitten klingen dumpf und wenig detailliert, was auch die Höhen beeinflusst, die ebenfalls etwas schwach auf der Brust sind. Wir konnten das etwas verbessern, in dem wir beim Equalizer den Bass auf -2 und die Höhen auf +4 gestellt haben. 

Beides kannst du im Bereich von -14 bis +14 einstellen. Zudem gibt es noch weitere Equalizer Presets, wo eines schlimmer als das andere ist. Wir empfehlen deshalb entweder die Standardeinstellung („Normal“) oder unsere Einstellung:

Medion P85289 Test

Ja, wir haben tatsächlich Loudness eingeschaltet, auch wenn wir als Freunde von neutralem unverfälschtem Klang sind! Aber das Medion Radio klingt ohne Loudness zu dünn und langweilig. Mit Loudness hat man sogar hörbaren Bass, der Spaß macht und auch die Mitten wirken satter mit dieser Einstellung.

Die Lautstärke lässt sich von 0 bis 20 regeln, wobei das P85289 ab 12 anfängt zu übersteuern, was dann immer schlimmer wird. Ab 15 ist der Klang dann echt nicht mehr schön. 

Die Lautstärke, die man ohne Verzerrung erreichen kann, ist damit nicht besonders hoch. Eine Party kannst du mit dem Medion nicht beschallen, auch kannst du nicht im Wohnzimmer laut Musik hören, denn dafür ist der Pegel zu gering. Für Hintergrundbeschallung oder bei geringen Hörabständen (z. B. auf dem Schreibtisch) reicht die Lautstärke aber aus.


Empfang

Der WLAN und Bluetooth (für die App) Empfang ist sehr gut, da gibt es nichts zu meckern. Auch im DAB+ Modus haben wir nichts zu mäkeln, da zuverlässiger alle Sender empfangen und abgespielt werden, auch wenn die Antenne eingefahren und eingeklappt ist.

Im FM-Modus sieht das dagegen anders aus, wenn im automatischen Sendersuchlauf bei der Einrichtung hat das Medion P85289 keinen einzigen Sender gefunden! Erst mit ausgefahrener Antenne hat er dann alle Sender gefunden. Hier gibt es dann aber öfter mal Rauschen zu hören, trotz der Vorgabe, dass er nur starke Sender finden soll.

Für Liebhaber von FM bzw. UKW-Radio, ist das Medion P85289 keine gute Wahl. Bist du dagegen eher auf der digitalen Seite unterwegs (DAB+, Internetdienste), dann ist das Medion Radio die richtige Wahl, da es hier seine Stärken auch beim Empfang hat.


Testfazit

Gesamtwertung 7/10

Vollends überzeugen konnte das Medion P85289 im Test nicht, auch wenn es viele Stärken auf seiner Seite hat. Da wäre zum einen die enorme Vielfalt an Funktionen und Anschlüssen, die wirklich klasse ist und fast nichts vermissen lässt (CD und Bluetooth Streaming fehlen). Auch die Steuerung per Medion App klappt gut und ist ein gutes Hilfsmittel. Weitere Vorteile sind die geringe Größe und der gute Preis in Anbetracht der vielen Funktionen.

Doch die All-in-One Anlage von Medion hat auch Schwächen. Die Größte ist für uns definitiv das viel zu dunkle Display. Es ist im Alltag bei Tageslicht sehr schwer abzulesen. Zudem sind die beiden Drehregler durchgehend beleuchtet. Sie leuchten heller als das Display selbst, was nervig ist. Der Klang ist ebenfalls nicht optimal, kann aber mit den richtigen EQ-Einstellungen verbessert werden. In Anbetracht der Größe und des Preises ist der Klang aber noch in Ordnung.

Insgesamt ist das Medion P85289 eine gute Kompaktanlage für all die, die viele Funktionen haben möchten und besonders Internetdienste wie Internetradio und Spotify nutzen. Es ist aber nichts für Fans von (auch bei hoher Lautstärke) sehr gutem und klarem Klang. Diese sollten sich bei ähnlichem Funktionsumfang den Grundig DTR 7000 Test und Teufel Radio 3SIXTY Test anschauen.

Medion P85289

Kompakte All-in-One Anlage mit sehr vielen Funktionen

Pro:
  • Sehr viele Anschlüsse, Funktionen und Dienste
  • DAB+, FM und Internetradio
  • Spotify, Amazon Music, Deezer, TIDAL und Napster
  • App-Steuerung
Contra:
  • Dunkles Display
  • Mittelmäßiger Klang
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Adam

Adam

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