Apple iPhone 13 Test: Das Flaggschiff Smartphone was gar keins sein soll

Test Apple iPhone 13 Rosé

In den letzten Wochen konnten wir das iPhone 13 von Apple auf Herz und Nieren testen. Ein Smartphone für 899 Euro UVP, was also im oberen Preisbereich liegt und dennoch kein Flaggschiff Smartphone ist, schließlich ist dieser Status bei den iPhones den Pro Modellen vorbehalten. Ob und für wen sich ein Kauf des iPhone 13 dennoch lohnt, erfährst Du in diesem Testbericht.



Lieferumfang: Nachhaltig und minimalistisch 

Wie bereits bei den 12er-Modellen verzichtet Apple beim iPhone 13 auch hier auf ein Netzteil. Was bei vielen auf Kritik stieß, können wir durchaus nachvollziehen, sehen wir allerdings nicht ganz so kritisch, denn die meisten haben sicherlich bereits aus anderen Generationen oder von anderen Geräten ein Netzteil zu Hause. Zudem hat man beim iPhone 13 ja eine verbesserte MagSafe Variante (Mehr dazu im Verlauf des Testberichts), sodass man sicherlich auch hier einiges an Zubehör findet.

Auch ein Dorn im Auge sind einigen die fehlenden Kopfhörer, die auch bei den 13er-Modellen den Weg nicht in die Verpackung gefunden haben. Hier gilt aber unserer Meinung nach das Gleiche, wie beim Netzteil, denn auch Kopfhörer haben die Meisten sicherlich zu Hause. 

Ansonsten gefällt uns die Verpackung des iPhone 13 aber. Es ist kompakt und nimmt nicht mehr Platz weg als benötigt. Dazu verzichtet Apple auf Plastikfolien, die der Umwelt ja bekanntermaßen nicht wirklich guttun. So ist mittlerweile alles aus Papier und selbst der für Apple typische Apfelaufkleber befindet sich auf einem Papierträger.


Verarbeitung, Haptik und Design: Gewohnt perfekt

Im Vergleich zum iPhone 12 hat sich bei Haptik und Design nicht viel getan. Warum auch? Schließlich hat sich das Design bewährt und ist auf viel Zustimmung gestoßen. Auch uns hat das Design sehr gut gefallen. Das iPhone 13 liegt bestens in der Hand und man fühlt sich auch ohne Hülle sicher mit dem Gerät. Die einzige Änderung im Vergleich zur 12er-Variante ist die Anordnung der Kameras auf der Rückseite, das jedoch ist marginal und macht bei der Benutzung keinen Unterschied.

Das iPhone 13 gibt es in insgesamt fünf verschiedenen Farben, was für ein Premium-Smartphone tatsächlich nicht wenig ist. Neben Product Red (dessen Einnahmen teilweise gespendet werden), kannst Du aus Rosé (unsere Testversion), Weiß (Polarstern), Blau und Schwarz (Mitternacht) wählen. Die typischen Farben Spacegrau, Silber und Gold gibt es hingegen nicht mehr. Farben sind natürlich wie immer Geschmacksache, aber die erhältlichen Farben gefallen uns sehr gut. 

Ansonsten ist die Verarbeitung des iPhone 13, wie man es von Apple gewohnt ist: Perfekt!


Akkulaufzeit: 2 Tage sind kein Problem

Angefangen mit den ersten technischen Details wollen wir Dir zunächst einmal etwas über den Akku erzählen. Dieser misst 3.227 mAh. Das ist im Vergleich zur Konkurrenz von Android, die meistens über 4000 mAh messen, deutlich geringer, fällt aber dank des sehr guten SoC (A15 Bionic) nicht wirklich auf.

Insgesamt sind wir bei normaler Nutzung des iPhone 13, mit WhatsApp, hier und da telefonieren, ab und zu mal ein Video ansehen oder ein Spiel spielen auf ca. 2 Tage Nutzung gekommen. Das kann sich für das Gerät sehen lassen und erfreut doch sehr. Bei intensiverer Nutzung muss man dann natürlich Einbußen hinnehmen, insgesamt sollte man aber auch hier mindestens einen Tag über mit dem Gerät auskommen. 

Dank der verbesserten MagSafe Lade-Möglichkeit kann man auch unterwegs noch einmal schnell ein wenig Laufzeit drauf packen. Beispielsweise mit dem iPhone Battery Pack, das wir ebenfalls getestet haben (zum Testbericht).

iPhone 13 mit Magsafe Battery Pack

Hier lädt das iPhone mit ca. 15. Watt auf und kann auf bis zu 60 % aufgeladen werden. Sicherlich ist das MagSafe Battery Pack mit 109 Euro nicht günstig und es gibt sicherlich günstigere Alternativen von Drittanbietern, uns hat das Battery Pack aber sehr gefallen. Es liegt gut in der Hand und auch die Haptik, wenn es auf der Rückseite des iPhone 13 „klebt“ wird nicht erheblich schlechter. Man kann das iPhone immer noch sehr gut nutzen und es in der Hand halten. 

Zum Test des Apple MagSafe Battery Packs

Zurück zum Akku des iPhone 13. Dieser ist insgesamt deutlich stärker als beim iPhone mini und etwa gleich auf mit dem 13 Pro. Lediglich das Pro Max legt noch mal einen drauf, ist aber auch deutlich größer und teurer. In diesem Vergleich ist der Akku zumindest kein Grund zum iPhone 13 Pro zu greifen, hier tut sich eben nicht viel.

Mehr zum Vergleich zwischen iPhone 13 und 13 Pro erfährst du übrigens in diesem Artikel.


Display: Sehr hell, aber ohne 120 Hz

Das Display des iPhone 13 hat uns im Test auf ganzer Linie überzeugt. Das 6,1“ Super Retina XDR OLED Display setzt Maßstäbe in Kontrast, Helligkeit und Farbwiedergabe.

Mit 800 Nits maximaler Helligkeit im normalen Modus und 1200 Nits bei HDR Inhalten kann man auch bei starker Sonneneinstrahlung noch sehr gut erkennen, was der Bildschirm uns zeigen will. Erkennen kann man darüber hinaus auch noch alles aus sämtlichen Perspektiven.

Schade und sicherlich ärgerlich für einige Nutzer ist der Verzicht auf ein 120 Hertz Display. Das hier verbaute 60 Hz Panel ist zwar sehr flüssig, muss im direkten Vergleich mit 120 Hz Panels aber deutlich zurückstecken. Allerdings muss man an dieser Stelle auch erwähnen, dass dies nur Nutzer vermissen werden, die bereits mit 120 Hz gearbeitet haben. Wer noch nie ein 120 Hz Display verwendet hat, wird hier keinen Unterschied feststellen und sich an einem schnellen, sehr farbenfrohen und hellem Display erfreuen.

Übrigens auf Always-On muss man auch verzichten, aber auch das können wir gut verschmerzen.


Kameras: Nur das Pro-Modell ist besser

Die Kameras wurden beim iPhone 13 wieder einmal verbessert. Seit jeher stellt Apple zumindest im Bereich Film mit die besten Kameras und auch im Bereich Foto sind sie weit vorne mit dabei. Allerdings muss man hier auch betonen, dass es mittlerweile viele Hersteller gibt, die auf ähnlich hohem oder sogar höherem Niveau agieren.

Dennoch können sich die 12 MP Weitwinkel und Ultraweitwinkel Kameras sehen lassen. Farben werden akkurat dargestellt und Fotos können im HDR-Format aufgenommen werden. Mit Blenden von F1,6 bzw. F2,4 ist es nicht nur möglich recht viel Licht einzufangen, sondern auch ein ordentliches Bokeh bei Porträts zu schaffen. So ist gerade bei guten Lichtverhältnissen ein hoher Detailreichtum und kaum ein Rauschen zu erkennen. Dieses wird in schlechten Lichtverhältnissen dann deutlich höher, wenngleich auch hier die Fotos weiterhin noch von guter Qualität sind. Im Ultraweitwinkel-Modus sind die Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen dagegen schon starker verrauscht und nicht mehr von allzu guter Qualität. 

Gezoomt wird digital mit der Weitwinkel-Kamera. Das Ergebnis ist okay, aber bei weitem nicht überragend und sollte eher im Notfall eingesetzt werden.

Gefilmt wird beim iPhone 13 in 4K 60 FPS sowohl mit der Front- als auch mit der rückwärtigen Kamera. Beide Kameras können sogar in Dolby Vision und HDR aufnehmen und unterstützen auch den Kinomodus. Dieser jedoch reduziert die Auflösung auf Full HD, dafür erreicht man hier eine schöne Tiefenunschärfe, die in vielen Bereichen weiterhilft und neu Möglichkeiten für Videos und Filme schafft.

Das iPhone 13 setzt zudem sowohl auf eine optische als auch auf eine cinematische Bildstabilisierung, sodass man nun auch flüssigere Bilder in Bewegung erstellen kann. Ein Beispielvideo sieht man hier:

Exprotrek UHD 4K Action Cam Test - Am falschen Ende gespart

Insgesamt kann man das Kamera-System des iPhone 13 als gut einschätzen. Im Gegensatz zur Pro-Version fehlt hier natürlich das Teleobjektiv, sowie einige Features, wie ProRes Aufzeichnung oder duale Bildstabilisierung, allerdings sind diese Features auch wirklich für Profis gedacht. Als normaler User wird man diese nicht vermissen und fühlt sich, so zumindest unsere Meinung, gut mit den zwei Linsen versorgt.


Performance: Niemand braucht mehr

Die gefühlte Performance des iPhone 13 ist mehr als ausreichend, um sämtliche Aktivitäten flüssig, schnell und problemlos zu erledigen. Spiele können in hoher Auflösung bei guter Frame Rate gespielt werden und Filme in 4K geschnitten werden, ohne dass es hier irgendwo zu Performance-Einbußen kommt.

Auch im Multitasking ist das iPhone 13 flott unterwegs und zeigt sich von seiner starken Seite. Wer ProRes Dateien schneiden will, der könnte irgendwann an die Grenzen des starken SoC Bionic A15 Chips kommen. Allerdings sind diese Dateien, wie bereits erwähnt, auch eher für Profis und die Pro-Modelle vorgesehen. Dieses Szenario ist also mehr als unwahrscheinlich (schließlich wird kaum jemand mit dem Pro Modell Videos aufzeichnen, um diese dann auf dem normalen Modell zu schneiden).

Auch die Benchmarks zeigen hier die starke Performance des iPhone 13, welches fast alle Konkurrenz-Modelle schlägt und sich nur der Konkurrenz aus dem eigenen Hause geschlagen geben muss. Gefühlt hat man hier ein High-Speed Gerät in der Hand, das keine Wünsche offen lässt.


Sprachqualität und Klang: Gute Stereo Lautsprecher, schwach beim Telefonieren

Hier ist und bleibt Apple sich treu, was allerdings eher als Kritik zu verstehen ist. Die Geräuschunterdrückung ist in lauten Umgebungen maximal ausreichend, aber kaum befriedigend und die Stimme klingt dann mehr dumpf als klar. In leisen Umgebungen kann man gut telefonieren, jedoch empfiehlt es sich für Vieltelefonierer auf ein Headset mit gutem Mikrofon zu setzen. 

Der Klang der Stereo-Lautsprecher überzeugt durch seine hohe Lautstärke, weniger aber durch den Bass, der kaum Druck vermittelt. Mitten und Höhen dagegen sind klar und verständlich. Ein Highlight, wie bei den MacBooks, sind die Lautsprecher des iPhone 13 aber nicht.


Testfazit: Empfehlung ist raus!

Gesamtwertung 9,5/10

Wer sich ein iPhone zulegt, der weiß selbst, dass er hier viel Geld in die Hand nehmen muss und weiterhin immer noch etwas den Namen mit bezahlt. Dennoch lässt sich festhalten, dass das iPhone 13 mit Sicherheit eines der besten Smartphones seiner Klasse ist und der Konkurrenz gerade in Sachen Performance davon läuft.

Mit einem Preis von knapp 900 Euro ist das iPhone 13 zwar teuer, aber in Sachen Zukunftssicherheit unserer Meinung nach sein Geld wert, schließlich bekommt man hier mindestens 5 Jahre Software-Updates, was man sonst nirgends bekommt. Wer also nicht gerade ein absoluter Profi-User ist und das iPhone als Film-Equipment sieht, der bekommt ein Flaggschiff Smartphone, was offiziell kein Flaggschiff sein soll.

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Zwar gibt es auch die Pro-Serie, doch für die Masse der Menschen reicht das normale iPhone 13 mehr als aus, da es das iPhone mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis ist.

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Adam

Adam

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