Test Oppo Reno4 Pro 5G

Test Oppo Reno4 Pro 5G: Seinen Preis nicht gänzlich wert

Mit dem Oppo Reno4 Pro 5G bietet Oppo ein ultradünnes High End Smartphone für alle Film-Enthusiasten da draußen an. Wir hatten die Möglichkeit es uns mal etwas genauer anzusehen. Ob sich der vergleichsweise hohe Preis von 779 Euro (UVP) lohnt, erfährst Du in diesem Testbericht.



Lieferumfang des Oppo Reno4 Pro 5G: Richtig viel dabei!

Die Umverpackung des Oppo Reno 4 Pro 5G ist aus einer grünen Pappe gefertigt, darunter befindet sich dann jedoch ein schlichter weißer Karton. Dieser ist gut bestückt mit einem SuperVooc Netzteil, einem USB-C auf USB-A Kabel, USB-C Earbuds, einer Schutzhülle (in Plastiktüte), dem SIM-Karten-Tool und diversen Bedienungsanleitungen.

Grundsätzlich finden wir das Design der Verpackung nicht besonders gelungen, allerdings ist das ja Geschmacksache. Die Umverpackung hätte für uns nicht sein müssen. Sehr gut finden wir, dass sowohl USB-C Earbuds als auch eine Schutzhülle für das Smartphone beiliegen, wobei man sich die Plastiktüte für die Schutzhülle hätte sparen können.

Insgesamt erhält man hier aber, im Gegensatz zu anderen Herstellern, noch eine ganze Menge Zubehör.


Akkulaufzeit: Gute Laufzeit, aber langes Aufladen

Der Akku hat eine Kapazität von 4000 mAh, womit man gut über den Tag kommen sollte und auch intensivere Nutzung kein Problem darstellen sollte. Dank des mitgelieferten 65 Watt SuperVooc Netzteils soll das Gerät innerhalb von 36 Minuten vollständig aufgeladen werden können. Etwas mehr als die Hälfte sollen bereits nach 15 Minuten drin sein. QI Wireless Charging fehlt. 

Bei seltener Nutzung hielt der Akku in unserem Test 2–3 Tage durch. Seltene Nutzung bedeutete dabei, dass wir hin und wieder eine Nachricht gelesen haben oder eine E-Mail beantwortet haben und das Reno4 Pro 5G ansonsten hauptsächlich im Sperrzustand war. 

Bei intensiver Nutzung kamen wir dann auf ca. einen vollen Tag. Hierbei haben wir nicht nur einige Mails und Nachrichten gelesen und beantwortet, sondern auch Musik gehört, Spiele gespielt und Videos und Fotos angesehen und aufgenommen. Die Nutzungsdauer ist damit vollkommen in Ordnung. 

Weniger in Ordnung war für uns die Ladegeschwindigkeit. Hier wird seitens des Herstellers eine vollständige Ladung in 36 Minuten angegeben. Im Test brauchten wir aber 2 Stunden und 21 Minuten für 99 % Ladung. Entweder ist hier der Akku nicht vollständig aufnahmefähig oder das SuperVooc Netzteil nicht in Ordnung. 


Geschwindigkeit des Oppo Reno4 Pro 5G: Zu langsam für den Preis

Während des normalen Betriebs war das Oppo Reno4 Pro 5G stets flott unterwegs und hat keine Probleme gezeigt. Auch das Multitasking ging dem Smartphone leicht von der Hand und man hat keineswegs Geschwindigkeitseinbußen gespürt. Dank des 90 Hz Displays läuft die Bedienung ja sowieso sehr flüssig. Apps starten leicht verzögert. Hier merkt man dem Snapdragon 765 an, dass dieser nicht der allerschnellste Prozessor auf dem Markt ist.

Auch beim Spielen und der Kamera Performance merkt man dem Smartphone an, dass es sich hier nicht um ein absolutes Flaggschiff-Gerät handelt. Spiele laufen zwar flüssig, zeigen aber häufig nicht das, was die Grafik schon hergeben würde. Das Auslösen der Kamera ist teilweise auch leicht verzögert. All das ist aber alles noch im Rahmen, verglichen aber mit einem Xiaomi Mi 10, was im selben Preisbereich mitspielt, insgesamt langsamer. 

Im Benchmark Test Single Core reiht sich das Reno4 Pro 5G nur zwischen Galaxy A71 und Pocophone F1 ein, was für uns eher ein schwaches Ergebnis ist, im Multi-Core Test liegt man zwischen Poco F1 und Pocophone F1. Auch hier hätten wir bei einem Smartphone dieser Preisklasse etwas mehr erwartet, schließlich liegt das knapp dahinter liegende A71 preislich bei der Hälfte.

Glücklicherweise fällt die Performance während der Nutzung nicht so schwach aus, wie sie gemessen aussieht. Gute Mittelklasse Smartphones sind aber für weniger Geld schneller.


Enorm helles AMOLED Display

Das AMOLED-Display ist mit einer Auflösung von 2400 × 1080p ein Full HD+ Bildschirm und bietet daneben eine Bildwiederholrate von 90 Hz, die sich bei schnelleren Bewegungen und dem hin und her Wischen auf dem Bildschirm bemerkbar macht.

Mit 1100 Nits in der Spitze ist das Display sehr hell, aber auch standardmäßig haben wir stets das Gefühl auf ein äußerst helles Display zu schauen. Vor allem in Dunkelheit ist es uns dabei selbst auf der niedrigsten Helligkeitsstufe manchmal doch noch etwas zu hell.

Der Blickwinkel ist aus allen Perspektiven sehr gut und konnte uns stets überzeugen. Farben sind farbecht und werden realitätsnah wiedergegeben, während schwarz stets sehr dunkel bleibt.


Lautsprecher und Kopfhörer Klang

Die integrierten Lautsprecher (Dolby Atmos) klingen eher blechern und können uns kaum überzeugen. Der 3D-Effekt wird für uns kaum spürbar, wenngleich ein Stereo-Erlebnis merklich ist. Dennoch ist hier Spaß eher nicht garantiert, dafür fehlt es den Lautsprechern sowohl an Details als auch an einer soliden Basis. 

Die mitgelieferten Kopfhörer können uns dagegen schon mehr überzeugen, obwohl auch hier eine kraftvolle Grundbasis in Form eines tiefen Basses fehlt. Dafür jedoch sind die Mitten und Höhen einigermaßen überzeugend, wenngleich die – in der Form den Apple AirPods ähnlichen Ohrhörer – ebenfalls kein Highlight sind und maximal für anspruchsloses Hören geeignet sind.

Dank der Bluetooth Codecs klingen dafür aber wenigstens externe Bluetooth Kopfhörer sehr gut. Diese können via aptx, aptx-HD oder sogar LDAC angesteuert werden. Damit hängt der Ton dann vom jeweiligen Endgerät ab. Hier ist es aber definitiv zu empfehlen lieber auf solche zu setzen, als auf die Stereo-Lautsprecher oder die mitgelieferten In-Ears.

Sprachqualität beim Telefonieren

Während Telefonaten war die Stimme rauscharm und meist gut zu verstehen, allerdings wird es bei lärmenden Umgebungen zunehmend schwerer, da Außengeräusche wenig bis gar nicht ausgeblendet werden. In seltenen Fällen berichteten Gesprächspartner, dass die Stimme etwas leise wäre. Wir konnten unsere Gesprächspartner während Telefonaten aber immer gut verstehen, der Lautsprecher ist hier laut genug. Insgesamt funktioniert Telefonieren damit in den meisten Fällen gut.


Kamera und Bildqualität: Nichts besonderes

Starten wir mit der Frontkamera und Selfies. Die Frontkamera löst mit 32 MP auf, ist aber sowohl bei Licht als auch bei den Farben nicht natürlich. Diese haben einen deutlichen Gelb/Grün-Stich. Das Auslöseverhalten der Selfiekamera ist, wie oben kurz beschrieben, etwas langsam für ein Smartphone dieser Preisklasse. 

Die Kamera auf der hinteren Seite hat eine maximale Auflösung von 48 MP. Dazu gesellt sich ein Weitwinkel und ein Teleobjektiv. Tagsüber wirkt das Bild hier sehr natürlich. Sowohl Licht als auch Farbe werden realistisch wiedergegeben und zeigen im Vergleich zu den anderen Geräten das beste Ergebnis. Leider ist auch hier sowohl der Autofokus als auch der Auslöser relativ langsam im Vergleich. 

Die Makro-Aufnahmen bzw. Porträt-Aufnahmen zeigen beim Oppo Reno4 Pro 5G ebenfalls wieder sehr authentische Farben, mit einem ganz leichten Hang zum Grün/Gelb. Im Vergleich zu anderen Geräten dieser Preisklasse ist die Hintergrund-Unschärfe am größten.

Nachtaufnahmen sind beim Reno4 Pro 5G sehr dunkel und wenig detailreich, weil sehr rauschstark. Mit Blitz wird das Ergebnis besser, allerdings sind auch hier die Farben wieder nicht besonders natürlich. Auch hier ist weiterhin ein Rauschen zu erkennen, dass die Nachtaufnahmen nicht als das Spezialgebiet der Reno4 Pro 5G Kamera ausweist.

Das Spezialgebiet der Kamera sind dagegen eher Filmaufnahmen. Diese können nicht nur durch eine sehr gute Bildstabilisierung punkten, sondern auch durch einen sehr schnellen Autofokus, den man so nicht erwartet, wenn man vorher die Fotokamera genutzt hat.


Testfazit: Mittelmäßiges Preis-Leistungs-Verhältnis

Insgesamt finden wir das Oppo Reno4 Pro 5G gar nicht so schlecht. Es ist leicht und handlich, liegt somit gut in der Hand und hat eine tolle Farbe. Auch das Display weiß zu überzeugen und beim Thema Kamera hat man eine exzellente Kamera für Videos, wenn man den Farbstich verzeihen kann. 

Leider macht es aber bei der Performance nicht die beste Figur und leistet sich beim Thema Fotos ebenfalls ein paar Schwächen, die für uns den hohen UVP von 779 Euro nicht rechtfertigen.

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